Klima-Advent, 22.12.: Dr. Heinrich Bedford-Strohm – mein Enkelkind

Vor 16 Monaten bin ich Opa geworden. Mein erstes Enkelkind wächst heran und ich freue mich jedesmal, wenn ich meinen Enkel sehen kann. Immer wieder frage ich mich, wie die Welt aussehen wird, wenn er einmal so alt sein wird wie ich. Das wird im Jahr 2079 soweit sein. Ich werde dann schon lange nicht mehr leben. Heute scheint es eine Ewigkeit bis dann zu sein. Aber mein Enkel wird dann noch mitten im Leben stehen, so wie ich mich mit meinen 60 Jahren mitten im Leben fühle. Welche Welt wird er vorfinden? Man muss sich die Zeithorizonte so konkret vor Augen malen und dann die Vorhersagen der Klimawissenschaftler und anderen Ökologen hinzunehmen, die hochrechnen, was passiert, wenn wir so weitermachen wie bisher. Es sind erschreckende Vorhersagen. Sie stellen uns vor Augen, wie viele Menschen ihre Heimat verlieren werden, weil sie überflutet ist. Sie prognostizieren, dass unzählige Flüchtlinge auf der Welt unterwegs sein werden, weil sie irgendwo hinmüssen. Sie sagen vorher, dass viele ihr Leben verlieren werden, weil Stürme unkontrollierbar werden und Dürren die Nahrungsmittelproduktion drastisch gefährden. Ich möchte, dass mein Enkel das nicht erlebt. Ich möchte, dass mein Enkel in einer anderen Welt zu Hause sein kann, wenn er so alt ist wie ich. Ich möchte, dass er mindestens die gleichen Lebenschancen hat wie ich. Mein Wunsch für die Zukunft ist, dass im Jahr 2079 jeder Mensch auf Erden in Würde leben kann.

Ratsvorsitzender der EKD, Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm

 

Im Dezember veröffentlichen wir hier jeden Tag ein Zitat, einen Tipp, einen Gedanken rund um den Klimaschutz – von Prominenten und anderen Menschen, quer durch die Gesellschaft. Ein Projekt von Angela Austermann (Parents4future Bornheim) und Prof. Dr. Kathrin Rothenberg-Elder (Scientists for Future Köln/Bonn).

Klima-Advent, 21.12.: Lorenz Beckhardt – aktiv werden

Vegan leben, aufs Reisen verzichten, das Auto stehen lassen – natürlich sind das Maßnahmen, die zum Klimaschutz beitragen, DOCH IHR EFFEKT IST MINIMAL UND OHNE KONSEQUENTE POLITISCHE MAßNAHMEN WIRKUNGSLOS. Wer etwas für das Klima tun will, muss politisch aktiv werden. Muss den Green Deal der EU unterstützen und seine Umsetzung in Deutschland einfordern. Muss sich bei Fridays for Future, Germanwatch, bei Greenpeace, beim BUND oder anderen Organisationen engagieren. Muss laut und vernehmbar in der analogen Welt protestieren. Klar sollte man das Eine tun ohne das Andere zu lassen, aber wenn es um die Wirksamkeit von klimapolitischem Engagement geht, bewirkt im Zweifel die Autofahrerin, die mit Greenpeace ein Kohlekraftwerk blockiert mehr als der vegane Radfahrer, der sich ansonsten die Welt vom Sofa aus ansieht. Werdet aktiv! Frohe Weihnachten und guten Rutsch in ein besseres 2021!

Lorenz Beckhardt, Redakteur, Westdeutscher Rundfunk, Campus Wissen 

Lorenz Beckhardt
Foto: Monika Sandel

Im Dezember veröffentlichen wir hier jeden Tag ein Zitat, einen Tipp, einen Gedanken rund um den Klimaschutz – von Prominenten und anderen Menschen, quer durch die Gesellschaft. Ein Projekt von Angela Austermann (Parents4future Bornheim) und Prof. Dr. Kathrin Rothenberg-Elder (Scientists for Future Köln/Bonn).

Klima-Advent, 20.12.: Sonna, „Mama, der Himmel mag den Qualm nicht“ 

Am Horizont dampfen die Schornsteine der Raffinerie.

Sonna (5 Jahre) schaut, denkt nach und sagt:

„Mama, der Himmel mag den Qualm nicht“ 

 

 

 

 

Im Dezember veröffentlichen wir hier jeden Tag ein Zitat, einen Tipp, einen Gedanken rund um den Klimaschutz – von Prominenten und anderen Menschen, quer durch die Gesellschaft. Ein Projekt von Angela Austermann (Parents4future Bornheim) und Prof. Dr. Kathrin Rothenberg-Elder (Scientists for Future Köln/Bonn).

Klima-Advent, 19.12.: Katharina Schneider, “Hurra, wir ziehen auf den Mars”

Hurra, wir ziehen auf den Mars

Die Erde glüht, vorbei! Wir müssen eine Arche bauen
und auf ein Weiterleben auf dem Mars vertrauen.
Es kann nicht jeder mit, die meisten müssen sterben
und um die raren Plätze muss man sich bewerben;

mit Fernsehshow, besetzt mit weltbekannten Stars:
Hurra, hurra, wir ziehen auf den Mars!

Das Casting wird brutal, die Übertragung sprengt die Quote,
es gibt Verletzte, Tränen, tja, und leider gibt’s auch Tote.
So ist das halt, im harten Kampf ums Überleben
muss es ja zwangsläufig immer auch Verlierer geben.

Doch dann juchhei, mit Paula, Pit und Lars:
Hurra, hurra, wir ziehen auf den Mars!

Die Zeit wird knapp! Vorm lustigen Planetenhoppen
muss man doch unbedingt noch einmal richtig powershoppen!
Und Abschiednehmen, das ist hart, fast alle müssen bleiben,
man kann vom Mars noch nicht einmal den Eltern Ansichtskarten schreiben.

Ach komm, sieh doch nicht immer alles gleich so schwarz:
Hurra, hurra, wir ziehen auf den Mars!

Und wenn am letzten Abend dann zum letzten Mal
der Mond aufgeht, dann wird’s sentimental.
Doch in dem lauten Abschiedstrubel hört man nicht,
wie leis’ ein stumm geweintes Tränchen im noch kochenden Asphalt verzischt.

Am nächsten Morgen aber ist man wieder munter:
Was soll’s? Hier geht’s doch sowieso den Bach herunter!
Jetzt sind wir fertig hier mit dieser Welt,
mal sehen, ob die nächste länger hält.

Wir sagen tschüss, goodbye, das war’s,
hurra, hurra, wir ziehen auf den Mars!

Katharina Schneider, Mitgründerin der Parents4future Bornheim

 

 

 

 

Im Dezember veröffentlichen wir hier jeden Tag ein Zitat, einen Tipp, einen Gedanken rund um den Klimaschutz – von Prominenten und anderen Menschen, quer durch die Gesellschaft. Ein Projekt von Angela Austermann (Parents4future Bornheim) und Prof. Dr. Kathrin Rothenberg-Elder (Scientists for Future Köln/Bonn).

Klima-Advent, 18.12., Gregor und Olga: zwei Fliegen mit einer Klappe

Unser Klima Tipp: Bio-Ernährung. Du hast kein Geld für gute Bio-Lebensmittel? Versuch es mal mit Zero Waste und weniger Konsum. Dann sparst du an anderer Stelle so viel Geld ein, dass du vollkommen neue Möglichkeiten erhältst, und schlägst gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn der Bereich Konsum ist verantwortlich für 25% unserer persönlichen CO2-Bilanz.

Gregor & Olga,
GründerInnen von Tante Olga, Unverpackt-Bio-Laden Köln und dem Zero-Waste-Laden

 

Im Dezember veröffentlichen wir hier jeden Tag ein Zitat, einen Tipp, einen Gedanken rund um den Klimaschutz – von Prominenten und anderen Menschen, quer durch die Gesellschaft. Ein Projekt von Angela Austermann (Parents4future Bornheim) und Prof. Dr. Kathrin Rothenberg-Elder (Scientists for Future Köln/Bonn).

Klima-Advent, 17.12., Paul Böhm: Dinge für das Leben

„Die Dinge sind für das Leben und nicht das Leben für die Dinge (frei nach Laotse)”

Paul Böhm, Architekt

 

 

 

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Klima-Advent, 16.12.: Ingo Siewert greift zum Buch

Es hat sich viel getan in den letzten 45 Jahren.

Eine durchschnittliche Glühbirne verbrauchte damals 75 Watt, eine gleich helle LED-Lampe heute nur 10 Watt.

War man in den 70er Jahren noch der Meinung, dass Windkraft nicht funktioniert, kommt heute fast 35% des Stroms aus Windenergie.

Aber es gibt auch Rückschritte.

Die viel gepriesene Digitalisierung sorgte im Jahr 2019 für 3,7% der weltweiten Emissionen. Und der Energieverbrauch steigt jährlich um 9%. Der immense Anstieg der Videokonferenzen durch die Corona-Maßnahmen war da noch gar nicht im Blick.

20-mal in einer Internetsuchmaschine nachforschen verbraucht so viel Strom wie eine Energiesparlampe in einer Stunde. 30 Minuten Video-Streamen setzt so viel CO2 frei wie 6 Kilometer Autofahren.

Auch wenn es so unheimlich bequem ist, die Welt an den Schreibtisch oder auf die heimische Couch zu holen, die Wartezeit auf und die Fahrzeit in Bus und Bahn mit Filmchen auf dem Smartphone zu überbrücken, es hinterlässt Spuren auf der Welt.

Eine sinnvolle Alternative ist der Griff zum guten alten Lexikon oder der Roman in Rucksack oder Tasche. Letzterer am besten aus dem öffentlichen Bücherschrank oder der Stadtbibliothek. Eine gute Möglichkeit ist auch ein privater Tauschring.

Ingo Siewert,
Pfarrer &  Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Hersel

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Bürgerdialog am 5. Januar: Bürgerbeteiligung in Klimafragen

Am ersten Dienstag im Januar (5.1.2021) stehen wieder Mitglieder der Regionalgruppe Köln/Bonn für Gespräche zu Klima und Nachhaltigkeit zur Verfügung. Unser Thema lautet diesmal: Bürgerbeteiligung in Klimafragen.

Was hat es mit dem Klima-Bürgerrat auf sich, den weit über 50.000 Menschen in einer Petition an den Bundestag gefordert und auch die Scientists for Future empfohlen haben? Wie kann ich mich an EU-Konsultationen zu Klima- und Nachhaltigkeitsfragen beteiligen? Was macht die Initiative “Bonn im Wandel“? Und wie werden die Bürgerinnen und Bürger in den Strukturwandel im Rheinischen Revier einbezogen? Darüber berichten Mitglieder unserer Regionalgruppe zunächst in kurzen Statements, und dann wird die Diskussion eröffnet.

Die Veranstaltung findet als Zoom-Meeting statt. Jede und jeder Interessierte kann sich einwählen, ob nun aus der Region Köln/Bonn oder aus anderen Gegenden. Auch spezielles Vorwissen ist nicht erforderlich; Neugier genügt!

Die Zugangsdaten:

  • Meeting-ID: 934 7557 3785
  • Passwort: 4Future
  • Teilnahme per Mobiltelefon (ID schon enthalten): +493056795800,,93475573785# oder +496950502596,,93475573785#
  • Teilnahme per Telefon (ID muss dann noch eingegeben werden): +49 30 5679 5800 oder +49 695 050 2596 oder +49 69 7104 9922

Klima-Advent, 15.12.: Prof. Ernst von Weizsäcker, Fridays for Future

Die „Fridays for Future”-Bewegung hat einen mächtigen Weckruf geschafft. Gut, dass auch Wissenschaftler, Großeltern und Ingenieure „for Future” Unterstützung zum Ausdruck bringen.

Prof. Ernst von Weizsäcker

Greta Thunberg mit Prof. Ernst von Weizsäcker

 

 

 

 

 

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Klima-Advent, 14.12., Ralf Brand: Nachhaltige Bewegung

Der Wind in den Haaren tut gut, einatmen, ausatmen, rollen.
Wie kann man die Kölschkiste nicht am Stau vorbei radeln wollen?
Das Lastenrad trägt sie behende ins Passivhaus dritter Stock Mitte
Elektrischer Rückenwind erzeugt das Vergnügen – na bitte.

Strampeln muss man trotzdem, nach 8 Stunden Bildschirm: Bewegung!
Herrlich lebendig! Vielmehr als Parkplatzsuchaufregung.
Die Luft riecht schon weniger streng nach Gummi, Diesel, Benzin.
Es scheint wir können uns doch dem Autowahnsinn entziehn.

Jetzt noch das Akku aufladen mit Strom vom eigenen Dach,
Dann der Tochter beim Schlafen zusehen; oh sie ist noch wach.
Sie will noch was Wichtiges sagen was ihr im Kopf rumgeht:
“Danke fürs Wahlzettelkreuzchen, damit die Welt fortbesteht.”

Ralf Brand, Experte für nachhaltige Mobilität bei Rupprecht Consult, Köln

 

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